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Viele meinen, das Recht sei eine feste zuverlässige Größe; ist es nicht. Es hängt auch von zu vielen psychologischen Momenten außerhalb der Rechtsdogmatik ab. 

I.
Das „Handbuch moderne Psychologie“ von  Legewie und Ehlers  beschreibt auf Seite 10 den Rosenthal – Effekt;  

man hatte Lehrern erklärt, einige ihrer Schulanfänger seien „Hochbegabte“ (während es in Realität  ganz gewöhnliche Kinder waren)
und tatsächlich hatten diese Kinder am Ende des Schuljahrs krass überragende Noten im Verhältnis zu den „Normalkindern“.
Derselben Testidee unterwarf man Ratten. Einigen Testern wurde erklärt, welche Ratten intelligent seinen und welche saudumm sein sollen und prompt liefen die Versuchsreihen der Tester entsprechend ab.

Ziemlicher Unsinn also, was die Tester herausbekamen.

Es liegt doch nahe, dass  entsprechend dieser Entdeckung in allen Behörden  immer wieder, überwiegend oder gar grundsätzlich mit Vorurteilen fehlerhaft gearbeitet wird. Den (juristischen) „Testern“, den Staatsanwälten, Ermittlungsrichtern und Steuerfahndern wird ja  vorgegeben, die (zu testenden)  „Angezeigten“ seien mit ihrem Unternehmen gescheitert, hätten diese oder jene Operation unternommen oder ein Schaden für Dritte sei eingetreten. Folglich liegt jede Untersuchung schon von Anfang an im Sinne des Rosenthal - Effekts schief. Das lässt sich für alle Strafverfahren belegen. Selbst in simplen Beleidigungsverfahren halten die „Tester“ eine Erklärung für strafbar, weil schon andere der Meinung waren, dass man solches nicht sagen dürfe, egal ob es eine grundgesetzliche Meinungsfreiheit, ein Petitionsrecht oder eine Wahrnehmung berechtigter Interessen gibt. In einem Nürnberger Strafverfahren wurde von der Staatsanwaltschaft und von den Ermittlungsrichtern  angenommen, dass

 „das Weitermachen mit neu gegründeten Gesellschaften auf dem bisherigen Betriebsgelände“

 strafbar sei. Deutlicher konnte der Rosenthal – Effekt für juristische Ermittlungsverfahren kaum bestätigt werden. Natürlich werden Ermittlungsverfahren gegen amtlich handelnde Personen bevorzugt eingestellt. Unter solchen Vorurteilen ist selbst das geschriebene Recht nichts mehr wert.

 II.
Der mit einem Verfahren überzogene Bürger ist also nicht nur Objekt eines Verfahrens, sondern Opfer eines schief angelegten „Tests“. Und als weiteres psychologisches Moment kommt hinzu, dass er schon den Belastungen eines ordentlich geführten Verfahrens psychologisch nicht gewachsen ist. Das Verfahren ist auf seine Verurteilung hin ausgerichtet, die Freispruchquote liegt bei 2%. Die Furcht, dass ein juristischer Exzess seiner bürgerlichen Existenz ein Ende machen könnte, dass Freunde, Verwandte und Familie Staat und Gesellschaft mehr Solidarität entgegenbringen als ihm, stellt sein ganzes Ich in Frage. 

Das Recht ist also am wenigstens eine Sache von Rechtssätzen, sondern eine ihrer sozialen und psychologischen Umsetzung. Deswegen ist eine Verteidigung durch einen Rechtsanwalt, dem durch Standesrecht und Prozessordnung Hände, Geist und Verstand gebunden sind und der einer ganzen Reihe von Denkverboten unterliegt, in der Regel ungenügend.

Hier setze ich an: Ich trainiere Sie und baue Sie auf, dem (rechtlich verkleideten) Gewaltmonopol des Staates  Widerstand entgegen setzen zu können. 

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